Schadstoffkarte enthüllt schlimmes Ausmaß NO2-Belastung in München

P R E S S E M I T T E I L U N G

Das heute von der Staatsregierung veröffentlichte Straßenverzeichnis zur NO2-Belastung enthüllt ein erschreckendes Ausmaß der Luftverschmutzung in München. An 24 % der Münchner Hauptverkehrsstraßen wird der NO2-Grenzwert von 40 µg/m3 im Jahresmittel überschritten. Betrachtet man das Hauptverkehrsstraßennetz mit vorhandener Bebauung sind es sogar 37 %. Bis weit in die Außenbezirke der Stadt kommt es zu teilweise beträchtlichen Überschreitungen des Grenzwerts.

Das ist schlimm genug, doch muss man davon ausgehen, dass diese Ergebnisse das wahre Ausmaß der Belastung nicht wiedergeben. Denn die zugrundeliegende Berechnungsmethode stützt sich auf das Handbuch Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs (HBEFA) in der um Zeitpunkt der Berechnungen gültigen Version 3.2. Mittlerweile ist diese Version wegen des durch den Dieselskandal offenkundigen Korrekturbedarfs angepasst worden. Mit der neuen Version 3.3 ist, so das österreichische Umweltbundesamt, mit gravierenden Erhöhungen der Emissionsfaktoren zu rechnen: „Bei den Euro 4 und 5 Fahrzeugen ist je nach Auswahl der Verkehrssituation mit einer Erhöhung von bis zu 35% zu rechnen. Bei den Euro 6 PKW sogar mit einer Verdoppelung.“(>>>Hier, S.3)*

Stadträtin Sabine Krieger kritisierte, dass die jetzt mit der Autoindustrie verhandelten Nachrüstungen nicht weit genug gehen. Außerdem bestünde ohne erweiterte Umweltzone oder Fahrverbote kein Anreiz eine Nachrüstung vornehmen zu lassen. Sabine Krieger: „Die jetzt errechneten Belastungswerte sind eine dringende Mahnung zum Handeln – zumal die tatsächliche Belastung noch viel höher liegen dürfte, wenn die Tricks der Autoindustrie aus dem HBEFA herausgerechnet worden sind.“

Fraktionschef Dr. Florian Roth: „Das von der Staatsregierung vorgelegte Maßnahmenkonzept enthält zwar zahlreiche richtige Punkte, wie wir sie zum Teil seit vielen Jahren immer wieder gefordert haben – zuletzt vor einer Woche in unserem 10 Punkte-Plan für Luftreinhaltung(>>>hier). Es bleiben aber erhebliche Zweifel, ob das ausreicht um die Grenzwerte so kurzfristig zu senken, wie das nach dem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshof vom letzten Februar notwendig wäre. Wir halten an der Forderung nach Einführung einer Blauen Plakette fest – denn die NO2-Belastung muss jetzt runter – und nicht erst in fünf oder zehn Jahren. Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung.“

 

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