Klimaschutz – den Worten müssen Taten folgen VII – Konsum und Umweltbildung privater Haushalte

Antrag

Die LH München ergreift neue Maßnahmen für folgende Ideen und -vorschläge in den Handlungsfeldern Ernährung/Konsum, sektorübergreifende Suffizienz/Verhalten sowie Bildung:

1.   Ernährung: Eine Kampagne mit Restaurants, die pro Woche ein wechselndes Gericht, komplett aus regionalen Bioprodukten anbieten. Dazu werden Rezepte erstellt, die an Restaurants geschickt werden. Vorbild könnte hier das Projekt „Friedensteller“ aus Münster sein (www.friedensteller.de).

2.   Up-Cycling: Up-Cycling Angebote besser bekannt machen und Up-Cycling Stationen an den Münchner Wertstoffhöfen einrichten.

3.   Suffizienz: Green map erstellen – Darstellung nachhaltiger Lebensweisen in München.

4.   Bildung: Ausbau des Klimaschutznetzwerkes auf alle Münchner Schulen und Ausbildung von Klimaschutzmentor*innen.

 

Begründung:
Im Oktober 2017 hat der Stadtrat auf Basis des Klimaschutzgutachten des Ökoinstituts Freiburg, beschlossen, bis zum Jahr 2050 die Treibhausgasemissionen auf 0,3 t CO2e pro Einwohner und Jahr zu senken mit dem Zwischenziel von 3 t CO2e pro Einwohner und Jahr. Damit soll München seinen Beitrag zur Erreichung des 2-Grad Zieles leisten. Soll das 1,5°-Ziel erreicht werden, so verbleiben der Stadt bei gleichbleibenden Emissionen nur noch 4,4 Jahre, bis die CO2-Emissionen auf Null reduziert werden müssen. Bei kontinuierlicher, jährlicher Verminderung wäre das verfügbare Budget von 48.650 Kilotonnen CO2 zum Jahr 2030 ausgeschöpft. Soll das 2,0°-Ziel erreicht werden, sind es noch 15,7 Jahre bei gleichbleibenden Emissionen und 31,3 Jahre bei kontinuierlicher Verminderung der CO2-Emissionen, bis diese auf Null reduziert sein müssen.
Diese Rechnungen machen deutlich, dass selbst das sehr ambitionierte Szenario Klimaneutrales München, das der Stadtrat beschlossen hat, nicht kompatibel mit dem 2°-Ziel ist und bei weitem nicht mit dem 1,5°-Ziel.
Das Ökoinstitut hat in diesem Gutachten eine große Anzahl von Maßnahmen beschrieben, die umgesetzt werden müssten, um das neu gesteckte Klimaschutzziel zu erreichen. Betont wird in dem Gutachten auch, dass nur Maßnahmen der Stadtverwaltung oder städtischer Gesellschaften (wie sie im IHKM beschlossen wurden) um das Klimaschutzziel zu erreichen. Nur wenn alle Sektoren ihren Beitrag leisten, gibt es die Chance zur radikalen Senkung der CO2e Emissionen im Sinne des Klimaschutzziels. Doch bisher passiert nichts.

Punkt 1
Im Bereich Ernährung hat die Stadt schon einiges im Rahmen der Biostadt München auf den Weg gebracht. In den Schulen und Kitas ist ein Anteil von 50% Bio, möglichst regionale Produkte und 30 % Frischkost verpflichtend, die städtischen Kantinen haben ein Anteil von 10 – 20 % Bioprodukten, das Catering zu Empfängen hat einen hohen Bioanteil und auch die Kantinen städtischer Beteiligungsgesellschaften stellen langsam immer mehr auf Bioprodukte um. Nur bei den städtischen Veranstaltungen wie dem Oktoberfest passiert bisher sehr wenig.
Außerhalb des direkten Einflussbereiches der LH München liegt ein großes Potential, das noch erschlossen werden kann. Gerade die vielen Restaurants in München sollten erreicht werden, da dort der Bioanteil und der Anteil regionaler Produkte noch sehr gering ist.
Der Friedensteller ist als eine nachhaltige und gerechte Helferverpflegung auf dem Katholikentag 2018 in Münster entstanden. Mit einem eigens entwickelten Nachhaltigkeitsrechner wurden ökologische, soziale und gesundheitliche Nachhaltigkeitskriterien für Speisen entwickelt. Nach dem Katholikentag soll das Projekt in weiteren Restaurants und Kantinen in Münster erprobt werden.

Punkt 2
Upcycling liegt heute voll im Trend, denn Rohstoffe sind begrenzt und viele Dinge, die wir wegwerfen, zu schade für den Müll. Reparieren ist natürlich noch besser, aber Upcycling wertet immerhin den Abfall auf – im Gegensatz zum Downcycling, wo Müll in minderwertigere Produkte umgewandelt wird. Deshalb macht es Sinn, den Müll, der nicht vermieden werden kann, für andere Produkte zu nutzen.

Punkt 3
Erstellen einer Karte aller Aktionen, Orte und Personen, die sich besonders durch Nachhaltigkeit auszeichnen. Z.B. Restaurants, Straßenfeste wie das Streetlife, Vereine, Verbände, Second Hand Kaufhäuser und vieles mehr.

Punkt 4
Das Klimaschutznetzwerk der Münchner Schulen soll auf alle Schulen ausgeweitet werden. Dazu werden Schülermentor*innen als fachspezifische Mentor*innen nach dem Vorbild des Landes Baden-Württemberg ausgebildet.

Fraktion Die Grünen – Rosa Liste
Sabine Krieger
Dominik Krause
Mitglieder des Stadtrates

 

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