Artenschutz hat keinen Stellenwert in München – Grüne fordern grundlegende Reformen

P R E S S E M I T T E I L U N G

„Die Stadt tut viel zu wenig für den Artenschutz. Weder bei der Gestaltung und Pflege von Freiflächen noch bei der Festlegung besonders wertvoller Flächen hat der Artenschutz den Stellenwert, der ihm – gerade angesichts des erfolgreichen Volksbegehrens ‚Rettet die Bienen!‘ zukommen müsste. Seit Jahren werden wichtige Maßnahmen immer weiter verschleppt – die Natur in München braucht endlich klare und mutige Entscheidungen, um günstige Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere zu schaffen.“
Mit diesen Worten begründen Stadträtin Sabine Krieger und Stadtrat Herbert Danner ihre Initiative „Artenvielfalt in München“, ein fünfteiliges Antragspaket der Fraktion Die Grünen – rosa liste zu verschiedenen Aspekten des Artenschutzes.
Vor allem die Reduktion des Einsatzes von Insektiziden und Pestiziden ist eine wichtige Komponente des Antragspakets. Auf städtischen Flächen (und auf denen der städtischen Gesellschaften) soll grundsätzlich kein Gift mehr verwendet werden. Auch in Schrebergärten auf städtischem Grund soll der Gebrauch von Pestiziden und Insektiziden über Pachtverträge reduziert, besonders gefährlichen Gifte wie Glyphosat und Neonikotinoide grundsätzlich verboten werden. Mittels eines Konzepts zur dauerhaften Steigerung der Artenvielfalt wollen die Grünen – rosa liste die Ausbreitung von Flora und Fauna fördern, wobei auf eine insektenfreundliche und vogelfreundliche Wahl der Pflanzen ebenso zu achten ist wie auf artenfreundliche Mähkonzepte, die den Pflanzen eine Chance zur Vermehrung lassen.
Herbert Danner: „Artenkiller wie Glyphosat und Neonikotinoide haben bei der Pflege öffentlicher Flächen nichts verloren und sollten auch in Schrebergärten tabu sein. Flächen, die nicht intensiv für Erholung oder Sport genutzt werden, sind naturnah zu gestalten. Auch kleinere Flächen sollten endlich als potentiell wertvolle Standorte für artenreiches Grün, für Wildblumen und Stauden erkannt werden, anstatt sie zu sterilem Abstandsgrün zu degradieren. Der Bauernverband hat mit einer Sache recht: Die Verantwortung für den Artenschutz darf nicht allein bei den Bauern abgeladen werden. Auch die öffentliche Hand muss auf ihren Freiflächen bessere Bedingungen für eine vielfältige Flora und Fauna schaffen.“
Stadträtin Sabine Krieger kritisierte das schleppende Tempo, mit dem die Stadt bei der Sicherung wichtiger Biotope vorgehe. Schon vor sechs Jahren sei im Rahmen der Langfristigen Siedlungsentwicklung festgestellt worden, wie wichtig gerade bei fortschreitender Bebauung und Verdichtung die Sicherung naturschutzfachlich wichtiger Flächen ist. Doch seitdem sei nichts geschehen. Ein damals in Aussicht gestelltes Gutachten wird erst demnächst beauftragt werden – ein Prozess, der weitere drei Jahre in Anspruch nehmen soll.
Sabine Krieger: „Der Umgang mit diesem wichtigen Thema ist eine Farce. Jahrelang ist nichts geschehen, und nun soll es wieder mehrere Jahre dauern bis Ergebnisse vorliegen. Dies ist angesichts der Geschwindigkeit des Artenschwundes – gerade des Insektensterbens – inakzeptabel. Die bauliche Entwicklung der LH München ist so schnell und dynamisch, dass wir JETZT unsere Naturschätze sichern müssen.“
Die Grünen – rosa liste beantragen daher, das Forum Biotoppflege, in dem die Stadt und Naturschutzverbände zusammenarbeiten, zu beauftragen, innerhalb von 6 Monaten die naturschutzfachlich bedeutsamsten Flächen in der Stadt zu benennen und zu sichern.
Im einem weiteren Antrag fordern Die Grünen – rosa liste die Anlage vorgeschriebener Ausgleichsflächen besser zu kontrollieren. Sabine Krieger: „Es ist gängige Praxis Ausgleichsflächen schlecht zu pflegen und ihre ökologische Wertigkeit auf diese Weise zu verschlechtern. Damit ist dann wieder ein Grund gegeben, sie erneut als Ausgleichsfläche mit einem Pflegekonzept zur Aufwertung zu versehen – und dann kann dieses Spiel von Neuem beginnen. Auf diese Weise gehen der Stadt wertvolle Flächen für den Arten- und Biotopschutz verloren.“

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